Pharmakoresistente Epilepsien

Pharmakoresistente Epilepsien sind Anfallsleiden, die auf eine medikamentöse Behandlung nicht ansprechen. Dies ist der Fall, wenn eine mangelnde Anfallskontrolle trotz mindestens zwei fachkundig eingesetzter Antikonvulsiva vorliegt.

 



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Was sind pharmakoresistente Epilepsien?

Pharmakoresistente Epilepsien sind Anfallsleiden, die auf eine medikamentöse Behandlung nicht ansprechen. Dies ist der Fall, wenn eine mangelnde Anfallskontrolle trotz mindestens zwei fachkundig eingesetzter Antikonvulsiva vorliegt. Eine pharmakoresistente Epilepsie gilt als gesicherte Indikation für die Therapie mit der ketogenen Ernährungstherapie (AWMF-Leitlinie 022/021).


Wie werden sie behandelt?

Die ketogene Diät wurde zu Beginn des vorangegangenen Jahrhunderts in den USA zur Behandlung von Epilepsien entwickelt. Sie war damals eine Standardtherapie für Epilepsien. Mit der Entwicklung einer Vielzahl von Anfallsmedikamenten geriet die ketogene Diät zunehmend in Vergessenheit.

Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts wird sie wieder zur Therapie von schwer zu behandelnden Epilepsien herangezogen, also dann, wenn Medikamente keinen ausreichenden Erfolg gebracht haben und keine epilepsiechirurgische Behandlungsmöglichkeit besteht. In den letzten Jahren wurden mehrere verschiedene ketogene Diäten entwickelt. Diese werden unter dem Begriff Ketogene Ernährungstherapie (KET) zusammengefasst.


Wie erfolgreich ist die ketogene Ernährungstherapie (KET)?

Man schätzt, dass es bei zirka 20 - 30 Prozent der Kinder mit Anfallsleiden nicht gelingt, eine befriedigende Anfallskontrolle mit Medikamenten zu erreichen.

Erhebungen zeigen, dass bei der Behandlung mit der KET bei pharmakoresistenten Epilepsien von folgender Effektivität ausgegangen werden kann:

Bei einem Drittel der Patienten kommt es zu einer sehr guten Anfallsreduktion mit über 90 Prozent. Von diesen wird zirka die Hälfte sogar anfallsfrei. Ein weiteres Drittel zeigt ein mäßiges Ansprechen mit einer Anfallsreduktion von 50 bis 90 Prozent. Und ein Drittel hat keinen nennenswerten Vorteil von der KET mit einer Abnahme der Anfälle von maximal 50 Prozent.

Leider gibt es bisher keine Möglichkeiten, die Chancen für einen Therapieerfolg abzuschätzen. Weder Anfallsmuster, Ursache der Epilepsie (mit Ausnahme bestimmter Stoffwechseldefekte), Dauer der Epilepsie, Anzahl der bisher eingesetzten Antikonvulsiva noch Alter besitzen einen eindeutigen Vorhersagewert. Letztlich bleibt nur die Möglichkeit, der individuellen Effektivitätsprüfung. Hierzu ist es erforderlich, dass sorgfältig in den Monaten vor Beginn der KET die Anfallshäufigkeit dokumentiert wird.

Die verschiedenen Anfallstypen können unterschiedlich auf die KET ansprechen, sind daher auch gesondert zu dokumentieren. Empfehlenswert ist es, die verschiedenen Anfallsmuster und ihre Dokumentation mit dem Arzt vor Beginn einer ketogenen Diät eingehend zu besprechen, zu definieren und durch separate Symbole im Anfallskalender zu dokumentieren.


Hinweis: Dieser Artikel dient rein informativen Zwecken und ersetzt keines Falls eine individuelle medizinische und diätetische Beratung.

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