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KetoStory von Daniela K. (48)


Daniela K. (48) ist Juristin und lebt mit ihrer Familie in Berlin. Erfahren Sie hier, wie Daniela von der ketogenen Ernährungstherapie gehört und wie sie es geschafft hat, die Diät in ihren Alltag einzubauen.

 

„Ich führe wieder ein normales Leben – nur meine Ernährung ist anders als beim Rest der Familie. Ich habe die Epilepsie im Griff!“

In diesem Video erzählt Daniela K., warum sie die ketogene Diät anderen Patienten mit pharmakoresitstenter Epilepsie empfehlen kann.

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Der erste Anfall

„Wer sind die fremden Männer in meinem Schlafzimmer?“

Im Oktober 2013 hatte ich meinen ersten Grand-Mal-Anfall aus dem Schlaf und ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich Angst vor den fremden Männern in meinem Schlafzimmer hatte – das waren die Sanitäter und der Notarzt, die mein Mann gerufen hatte. Nach diesem ersten Anfall kamen weitere und so auch 2014 die Diagnose „Epilepsie“. Bei mir war es dann, wie sicher bei den meisten Patienten mit Epilepsie: Mir wurden Antikonvulsiva verschrieben. Insgesamt wurden mir in der darauffolgenden Zeit 5 verschiedene Medikamente verordnet. Die Medikamente verursachten bei mir starke Nebenwirkungen: ich war wesensverändert und häufig aggressiv nervös; ich hatte massive Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen und Übelkeit.

Zeitweise war ich nicht in der Lage, geschäftliche Telefonate zu führen oder alltägliche Aufgaben zu erfüllen wie bspw. das Einkaufen. Es war eine sehr schwierige Zeit für mich. Ich habe mein Abitur und meinen Jura-Abschluss mit Bestnoten bestanden und nun war ich auf einmal nicht mehr in der Lage die einfachsten Dinge zu machen? In den 2 Jahren unter den Medikamenten war ich ein komplett anderer Mensch und meine Familie musste dies alles mitmachen.

Die Ketogene Ernährungstherapie

„Für Kinder möglich, aber für Erwachsene scheinbar keine Relevanz“

Von den behandelnden Ärzten wurde mir die Option der ketogenen Ernährungstherapie (KET) nicht vorgestellt. Ich hatte schon ganz am Anfang von dieser Therapieoption gelesen, allerdings für mich selbst ausgeschlossen, weil es immer in Verbindung mit Kindern erwähnt wird und scheinbar für Erwachsene keine Relevanz darstellt. Außerdem dachte ich zu Anfang, dass es doch so einfach ist, Medikamente zu nehmen, wenn sie wirken. Und gleichzeitig war es durch die Nebenwirkungen der Medikamente einfach zu anstrengend für mich über diese Diät nachzudenken – ich konnte mich ja kaum konzentrieren.

Ich hatte massive Konzentrationsschwierigkeiten und kognitive Defizite, weshalb ich 1 ½ Jahre in neuropsychologischer Behandlung war. Im Rahmen dieser Therapie sollte ich Fachartikel lesen und den Inhalt wiedergeben. Einer dieser Artikel behandelte die ketogene Ernährungstherapie und es wurde darin berichtet, dass diese Therapieform auch bei erwachsenen Patienten wirksam ist.

„Ich hasse Fett. Wie soll ich so viel Fett essen?“

Meine ersten Gedanken waren: „Ich hasse Fett. Wie soll ich so viel Fett essen?“. Außerdem wurde in den Artikeln und Beiträgen im Internet, die ich über die ketogene Diät las, immer gewarnt, dass man diese Diät nur unter ärztlicher Aufsicht durchführen soll. Ich hatte Bedenken, dass ich gesundheitliche Risiken eingehe, wenn ich mit der ketogenen Diät starte.

Im April 2015 begann ich dann mit der ketogenen Diät. Ich hatte Fachbücher gelesen, Rezeptbücher angeschafft und viele Beiträge im Internet über das Thema gelesen. All das hat mir Mut gemacht. Mein erster Berufswunsch war Medizinerin und ich denke mein Interesse an diesem Thema hat mir den Zugang zur Fachliteratur vereinfacht. Mein erstes Buch zur KET ist das Buch „Die ketogene Diät“ von Professor Friedrich A.M. Baumeister. Ich nehme es heute noch zu Ärzten und Terminen im Krankenhaus mit, um Ärzten, denen dieses Thema unbekannt ist, die notwendigen Informationen zu vermitteln.

Der Start der KET

„Schon in den ersten vier Wochen haben ich deutliche Veränderungen gespürt!“

Am Anfang waren die Mahlzeiten wenig abwechslungsreich - verglichen zu heute. Ich habe Ernährungsprotokoll geführt und die Rezepte genau berechnet. Meine Ernährungstagebücher habe ich alle aufgehoben.

Schon in den ersten 4 Wochen habe ich eine deutliche Veränderung bemerkt. Ein ganz besonderes Erlebnis für mich war, dass ich wieder an die Nähmaschine konnte. Nach so langer Zeit konnte ich meiner großen Leidenschaft wieder nachgehen und hatte meine Kreativität zurück – das war für mich eine der wichtigsten Veränderungen. Ich hatte wieder bessere Laune, ich war wacher und konnte mich wieder konzentrieren. Das waren für mich sehr positive Erfahrungen. Außerdem hat die Anfallsfrequenz abgenommen, die Absencen waren weg und ich hatte weniger Sprachaussetzer.

„Ich habe gute Wege gefunden, die ketogene Diät in meinen Alltag einzubauen.“

Ich mache die ketogene Diät seit April 2015. Mittlerweile habe ich viele Rezepte entwickelt und gute Wege gefunden, die Diät in den Alltag einzubauen. Seit Oktober 2016 bin ich anfallsfrei und die positiven Veränderungen in Bezug auf Konzentration und Kognition sind geblieben. Ich habe in den ersten 6 Wochen der Ernährungsumstellung 12kg abgenommen, was für mich sehr positiv war. Ich führe wieder ein normales Leben – nur meine Ernährung ist anders als beim Rest der Familie. Ich habe die Epilepsie im Griff!

Im Verlauf konnte ich meine Medikamente reduzieren und nehme heute gar keine Medikamente mehr. Meine Ketonwerte sind stabil bei 4 mmol/L und ich merke direkt, wenn die Werte nicht stimmen: dann bekomme ich Kopfschmerzen und fühle mich benebelt. Dann weiß ich, dass ich aktiv werden muss. Für den Notfall habe ich immer selbstgemachte Mayonnaise mit Leinöl im Kühlschrank. Die schmeckt auch prima zu meinem Lieblingsrezept: überbackene Gemüse-Lachs-Pfanne aus dem Ofen. Das isst meine Familie auch sehr gerne und für mich gibt es dann noch eine Extraportion Mayonnaise.

„Meine Familie hat mich von Anfang an unterstützt- das war sehr hilfreich!“

Meine Familie hat mich von Anfang an unterstützt und das war sehr hilfreich. Außerdem werde ich durch meine Hausärztin sehr gut betreut: sie gibt mir Empfehlungen zu Supplementierung und Optimierung der Ernährung. Es ist wichtig, diese Hilfe zu bekommen und ich wünsche mir, dass es mehr Ärzte gibt, die erwachsene Patienten bei der Durchführung der ketogenen Diät unterstützen.

Meine KetoStory

„Es war nicht so schwer wie ich anfangs dachte! Man muss es einfach nur probieren!“

Was würde ich anderen empfehlen, die über die Durchführung einer ketogenen Ernährungstherapie nachdenken? Erst einmal: die medikamentöse Therapie steht an erster Stelle! Wenn die nicht funktioniert, sollte man unbedingt mit der ketogenen Diät beginnen! Man sollte es in jedem Fall probieren – nach kurzer Zeit weiß man schon, ob es funktioniert oder nicht. Und wenn es funktioniert, merkt man schnell so viele Verbesserungen- nicht nur in Bezug auf die Anfälle: man wird leistungsfähiger, kreativer, fühlt sich körperlich besser. Es war nicht so schwer wie ich dachte! Man muss das nur probieren!

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