KetoStory von Johanna (34)

„Seit mehr als zwei Jahren mache ich nun die ketogene Ernährungstherapie und kann sagen, dass sich für mich mein Leben um 180 Grad gewendet hat. Ich möchte gerne anderen davon erzählen, weil leider immer noch zu wenige von dieser Diät wissen und sich nicht vorstellen können, wie ein Keto-Alltag aussieht.“

Johanna hat seit dem Teenager-Alter Epilepsie und führt nun seit über zwei Jahren die ketogene Ernährungstherapie durch. Wie es zu der Entscheidung kam, wie ihr Start verlief und wie sich ihr Leben dadurch verändert hat, erzählt sie in diesem Video.

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Meine Keto-Story

Ich bin Johanna, 34 Jahre alt. Ich bin Physiotherapeutin und übe diesen Beruf mit Leidenschaft aus.

Seit meinem 16. Lebensjahr leide ich an Epilepsie.

Zunächst konnte ich gut medikamentös eingestellt werden. Unglücklicherweise ließ dann die Wirkung der Medikamente nach und man versuchte die richtige Behandlung für mich zu finden.

Von der ketogenen Ernährungstherapie hatte ich gelesen, dass das Gehirn bei richtiger Anwendung positiv beeinflusst werden könnte, sodass mit weniger Krampfanfällen zu rechnen sei. Diese Ernährungstherapie erwähnte ich bei meinen Ärzten, jedoch sagten sie mir, dass es recht schwierig bei Erwachsenen sei; anders als bei Kindern. Und so hatte ich das Thema zur Seite gelegt.

2018 war das schwierigste Jahr meines bisherigen Krankheitsverlaufs. Regelmäßige Anfälle gehörten zu meinem Tagesablauf. So konnte es nicht weitergehen.

Es war schnell klar, dass eine weitere Medikamententherapie nicht möglich war. Daraufhin wurde ich von meiner Ärztin aus Marburg gefragt, ob ich mich ketogen ernähren möchte. Man hätte dadurch die Möglichkeit, weniger Anfälle zu bekommen oder weniger Medikamente einnehmen zu müssen.

Dass eine solche Behandlung nicht einfach werden würde, war mir bewusst. Ich war jedoch von Anfang an überzeugt, dass es mir schlussendlich besser gehen würde. Diese Aussicht bestärkte mich bei der Entscheidung, es auszuprobieren.

Mein Start mit der ketogenen Diät

Mein Start war allerdings sehr extrem. Innerhalb weniger Wochen wurde meine gesamte Ernährung massiv umgestellt. Während meines 4-wöchigen stationären Aufenthalts wurde ich peu à peu auf eine ketogene Trinknahrung umgestellt, von der ich mich zunächst ausschließlich ernährt habe.

Nach den ersten Wochen mit der Trinknahrung habe ich dann nach und nach Rezepte im ketogenen Verhältnis 2,5:1 zubereitet. Dabei half mir der Ketoplaner und ich hatte auch in der Klinik schon Rezepte bekommen, die ich nun anwenden konnte.

Es war schon eine große Herausforderung für mich. Ich musste von da an sehr diszipliniert sein, d.h. ich durfte beispielsweise keine Cola mehr trinken, keine Süßigkeiten, kein Alkohol zu mir nehmen. Ich musste nun genau auf die Kohlenhydratemenge achten, die ich zu mir nehme.

Meine Familie hat mich von Anfang an super unterstützt – die standen 100%ig hinter mir. Und das hilft auch sehr. Meine Mutter und mein Bruder haben z.B. erstmal alle Süßigkeiten aus meiner Wohnung geräumt, damit mir der Start zu Hause nicht so schwerfällt. Alles raus – damit ich gar nicht erst in Versuchung komme. Heute kann jemand mit Schokolade oder Torte neben mir sitzen und das macht mir überhaupt nichts aus.

Für mich hat sich mein Leben durch die ketogene Ernährungstherapie komplett geändert. Ich habe weniger Anfälle, weniger Nebenwirkungen durch die Medikamente. Außerdem sind Artikulation und Koordination dadurch viel besser.

Mein Keto-Alltag

Bevor ich mit der ketogenen Ernährungstherapie angefangen habe, habe ich nach Gefühl gekocht und nicht genau auf die Grammzahl geachtet. Das war schon eine Umstellung und ich muss mein Essen immer genau berechnen.

Natürlich hat sich mein Alltag geändert! Aber ich muss auf nichts verzichten! Ich kann Dinge essen, die auch meine Freunde essen, eben nur mit anderen Zutaten. Da muss ich genau drauf achten.

Viele Lebensmittel, die ich jetzt esse, waren mir vorher nicht vertraut. Wie z.B. Mandelmehl, Flohsamen, Leinöl oder auch Chiasamen, die ich heute gerne in meinem Joghurt esse.

Ich muss nun auch genau planen. Meistens mache ich am Wochenende einen Essenplan für die darauffolgende Woche, backe mein Brot selbst und probiere auch neue Rezepte aus. Ich kann eben jetzt nicht einfach zum Bäcker, in die Pizzeria gehen oder mir fertige Produkte kaufen.

Für die Arbeit nehme ich mir immer KetoCal-Trinkpäckchen mit, die sind super für zwischendurch. Und wenn ich unterwegs bin oder verreise, packe ich mein selbst gebackenes Brot ein und kläre das im Hotel oder Restaurants. Das ist kein Problem. Mittlerweile kennen sie dieses Problem, weil viele mit Lebensmittelunverträglichkeiten oder Allergien kommen.

Ich fühle mich einfach besser!

Ich fühle mich einfach besser!

Die ketogene Ernährungstherapie hat für mich so viel gebracht: psychisch wie physisch. Ich habe noch Anfälle, aber viel weniger und nicht mehr so schlimm wie vorher.

Früher hatte ich oft Kopfschmerzen, grippale Infekte - dies habe ich heute nicht mehr. Ich merke es selbst und meine Familie und Freunde sagen auch: „Johanna, du hast dich um 180 Grad gewendet. Du kannst dich besser ausdrücken und bist viel strukturierter“.

Und ich fühle mich einfach besser!

Anderen empfehle ich, es einfach auszuprobieren. Am besten von Anfang an mit Unterstützung durch einen Arzt und einer Ernährungsfachkraft.

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